Der in Saarheim gebürtige Beatus Saumann hat eine
Ausbildung zum Steuerberater hinter sich, hatte jedoch längere Zeit sein Geld
eher als Finanz- und Vermögensberater sowie als Verwalter verschiedener
Saarheimer Wohnungseigentumsgemeinschaften verdient.
Schon
früh war er auch politisch tätig, nämlich für die Freiheitliche Moralpartei, die
F.M.P.
Deren
Grundsatzprogramm, nach dem Grundlage der freiheitlichen Moral die
Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger ist, in die durch staatliche
Reglementierungen nur aus schlechthin unabweisbaren Gründen eingegriffen werden
dürfe, sagte ihm vor allem
Was Saumann auch gefiel, war der Umstand, dass die F.M.P. trotz ihres (damals jedenfalls) erheblichen bundespolitischen Gewichts über nur vergleichsweise wenige Mitglieder und über eine noch geringere "Personaldecke" für politische Ämter verfügte, so dass er nicht zu Unrecht erhoffte, schnell hohe Parteiämter zu erreichen, ohne jahrelang Plakate kleben und in Fußgängerzonen Kugelschreiber und F.M.P.-Luftballons verteilen zu müssen.
Wie geplant wurde Saumann tatsächlich sehr schnell Vorsitzender des Kreisverbands der F.M.P. für den Saarpfalz-Kreis, wo er sich durchaus behauptete, auch indem er dafür sorgte, dass Personen, die ebenfalls die Chance eines schnellen Politikaufstiegs in der F.M.P. erkannt hatten, gar nicht erst der Partei beitreten konnten.
Als saarländischer Delegierter des F.M.P.-Bundesparteitags fiel er jedoch nur durch seinen Antrag auf, die "Pünktchen" aus dem Parteilogo (FMP statt F.M.P.) zu entfernen - das so entstehende nüchternere Schriftbild würde eher ins Computer-Zeitalter passen - ein Antrag, der aber sehr schnell abgelehnt wurde. Im Übrigen stimmte er brav so ab, wie es der Bundesparteivorstand wollte, so dass er hierfür zügig mit einem sicheren Listenplatz auf der saarländischen Liste der F.M.P. belohnt wurde. Für die F.M.P. ist er daher nun schon seit zwei Legislaturperioden im Bundestag. Dort nimmt er seine Aufgaben als Hinterbänkler gewissenhaft wahr, in dem er hin und wieder eine Rede hält oder durch markige Zwischenrufe versucht, die Redner des politischen Gegners zu verunsichern.
Seine Verbindung zu seiner Heimatstadt Saarheim hat Saumann allerdings immer behalten, auch wenn es ihn wurmt, dass er bei allen offiziellen Saarheimer Feierlichkeiten dort jedes Mal auf den zweiten Saarheimer Bundestagsabgeordneten, Ringo Rohr von den BUNTEN, trifft, mit dem ihn außer der gemeinsamen Geburtsstadt nichts verbindet.
In die heile Welt Saumanns traten zudem weitere erhebliche Verunsicherungen ein, als die Regierungskoalition zwischen CLP und F.M.P. zusammenbrach und sich die F.M.P. nach 40-jähriger Beteiligung an allen Bundesregierungen plötzlich in der Opposition wieder fand. So schien eine Wiederwahl Saumanns bei der nächsten Bundestagswahl alles andere als sicher. Sicher nicht verbessert wurden sie, als "die Medien" plötzlich wegen seiner jahrelangen Nebentätigkeit als "Berater" für die Szohôd-Nafta AG über ihn herfielen. Dabei hatte er diese Nebentätigkeit nach § 45 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 AbgG ordnungsgemäß angezeigt. Bei der Szohôd-Nafta AG handelte es sich zudem - aus Saumanns Sicht - um ein "harmloses" deutsches Tochterunternehmen des bordurischen Staatskonzerns Szohôd-Nafta, das sich vor allem mit dem Im- und Export von Rüstungsgütern und Wehrtechnik, aber auch mit dem Betrieb von Gaspipelines, dem Gasexport aus den reichhaltigen bordurischen Vorkommen sowie dem Vertrieb der berühmten bordurischen Teppiche befasst ... Saumann findet es daher nicht nachvollziehbar, dass ihn diese Nebentätigkeit sogar zeitweilig seine Fraktionsmitgliedschaft gekostet hatte.
Zeichnung: Dr. Nils Neumann
© Ulrich Stelkens (Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer)