Gerd Mütlich

- Stadthauptsekretär bei der Stadt Saarheim -

 

Der 51jährige Gerd Mütlich ist in Sulzweiler geboren und in Kirkel aufgewachsen, wo er auch die Realschule besuchte. Seine Eltern waren Angestellte bei dem Saarheimer Traditionsunternehmen Philippy & Popp.

Nach erfolgreichem Realschulabschluss bewarb sich Mütlich im Anschluss an eine kurze Tätigkeit in der Buchhaltung von Philippy & Popp - eine Stellung, die er auf Wunsch seines Vaters angetreten, jedoch bald wieder gekündigt hatte - bei der Stadt Saarheim um eine Anstellung als Beamter im mittleren Dienst. Wegen seines recht guten Realschulabschlusses wurde er auch zunächst zum Beamten auf Widerruf und Stadtassistentenanwärter ernannt. Nach Bestehen der Laufbahnprüfung wurde er zum Beamten auf Probe ernannt und ihm wurde das Amt eines Stadtassistenten z. A. verliehen; nach zwei Jahren erfolgte dann die Anstellung zum Beamten auf Lebenszeit. Nachdem er fünf Jahre später zum Stadtsekretär befördert worden war, ließ der Arbeitseifer des bisher recht strebsamen Mütlich deutlich nach. Dennoch wurde Mütlich nach weiteren sieben Jahren noch zum Stadthauptsekretär befördert und hat damit das Ende seiner Laufbahn erreicht. Von Oberbürgermeister Oskar Obenauf ist Mütlich mehrmals von einem Amt der Stadt Saarheim in ein anderes umgesetzt worden, was seinen Grund meistens darin hatte, dass er auf den früheren Ämtern als nicht mehr tragbar erschien.

Seitdem durch Verschulden Mütlichs fast das historische Rathaus der Stadt Saarheim abgebrannt wäre, ist seine Stellung in der Stadtverwaltung noch etwas schwieriger geworden. Zu seinem Glück war zuvor seine Erbtante Erna gestorben, unter deren Kopfkissen man u.a. Goldmünzen im Werte von ca. 200.000,- Euro gefunden hatte. Dies machte es Mütlich möglich, den Brandschaden zu ersetzen, doch tat er dies höchst ungern - und die bei ihm noch nie besonders stark ausgeprägte Motivation, die ihm obliegenden Aufgaben sorgfältig und bürgernah zu erfüllen, ist dadurch nicht gesteigert worden.

Mütlich sieht jedoch nicht in seiner mangelnden Eignung den Grund dafür, dass er bei Beförderungen regelmäßig übergangen wird und mittlerweile andere - wesentlich jüngere Kollegen - vor ihm vom mittleren in den gehobenen Dienst aufgestiegen und zu Stadtinspektoren oder gar Stadtoberinspektoren ernannt worden sind. Er sieht sich vielmehr als Opfer einer Verschwörung - einem Glauben, in dem er von seiner Frau Gisela, mit der er mehr als 20 Jahren verheiratet ist, bestärkt wird und der manchmal auch nicht ganz unberechtigt erscheint.

Um dem entgegenzutreten, hat sich Mütlich vor zwölf Jahren als Kandidat für den Personalrat der Stadt Saarheim aufstellen lassen und ist auch gewählt worden. In der Personalratsarbeit - im Kampf um die Rechte der Beamtinnen und Beamten, der Angestellten und der Arbeiterinnen und Arbeiter der Stadt Saarheim - geht Mütlich völlig auf, sehr zum Leidwesen von Bürgermeisterin Dr. Edith Crémant, die die Saarheimer Stadtverwaltung völlig reformieren will, um sie flexibler, leistungsfähiger und wirtschaftsstandortsichernder zu machen.


Zeichnung: Dr. Satish Sule

© Klaus Grupp (Universität des Saarlandes) und

Ulrich Stelkens (Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer)