- Oberbürgermeister der Stadt Saarheim -
Der heute 62 jährige Oskar Obenauf wurde in Saarheim als Sohn eines Markscheiders geboren. Er studierte Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Köln und Saarbrücken und trat anschließend in den Dienst eines bekannten Saarheimer Handelsunternehmens. Zu dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Amalie kennen, mit der er drei Kinder - Oliver, Amanda und Robert - hat.
Schon
früh erwachte Obenaufs Interesse an Kommunalpolitik. Bereits als junger Mann
wurde er in den Gemeinderat der damals noch selbständigen Gemeinde Sulzweiler
und später in den Stadtrat der neugebildeten Stadt Saarheim gewählt. Seine
damalige Stadtratsarbeit stand ganz unter dem Motto der Vereinigung der vier
Ortsteile Saarheims.
Ende 1989 wurde Obenauf zum hauptamtlichen Ersten Beigeordneten gewählt. Er war einer der jüngsten Personen, die dieses Amt je bekleidet hatten. Als der legendäre Erich Schultheiß – der seit der Kommunalreform unangefochten das neugegliederte Saarheim regiert hatte – 1990 verstarb, folgte die ganze zwanzig Jahre andauernde, aber bis heute völlig vergessene Amtszeit des denkbar farblosen Oberbürgermeisters Gottlieb Blass, die in der Saarheimer Stadtgeschichte außer Aktenbergen, verpassten Gelegenheiten und unvollendeten Memoiren keinerlei nennenswerte Spuren hinterließ. Blass war so unauffällig, dass er erst vom Stadtrat gewählt und nach Einführung der Direktwahl der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister 1994 von den Saarheimerinnen und Saarheimern schlicht aus Gewohnheit wieder im Amt bestätigt wurde, weil dies für alle am bequemsten war. Soweit in dieser Zeit überhaupt noch was geschah, war dies auf den unermüdlichen Obenauf zurückzuführen.
Nachdem Blass regelrecht in den wohlverdienten Ruhestand diffundiert war, trat Obenauf schließlich das Erbe des großen Schultheiß als Oberbürgermeister an. Neue Erste Beigeordnete (Bürgermeisterin) der Stadt Saarheim wurde Dr. Edith Crémant. In Anerkennung der außergewöhnlichen, auch in der Saarheimer Stadtgesellschaft nicht "verblassten" Verdienste von Erich Schultheiß war es eine der ersten Amtshandlungen Obenaufs, dem Stadtrat die Umbenennung eines der größten Plätze Saarheims von "Alter-Zoll-Platz" in "Erich-Schultheiß-Platz" vorzuschlagen. Dieser Beschluss wurde einstimmig angenommen und ist nicht zuletzt der Grund, weswegen Obenauf sich großer Beliebtheit bei den Saarheimern erfreut - und auch in den folgenden Direktwahlen nicht mehr um seine Wiederwahl fürchten muss, obwohl er inzwischen keiner politischen Partei mehr angehört, da er nur der Sache dienen will: Saarheim für die Herausforderungen der Globalisierung und eines vereinten Europas fit zu machen. Insofern stört ihn besonders, dass die Saarländische Landesregierung bisher nicht bereit war, Saarheim den Status einer Mittelstadt zu verleihen und ihr die Befugnisse der Unteren Bauaufsichtsbehörde zu übertragen, obwohl die Stadt die Voraussetzungen hierfür erfüllt. Dies sei ein klarer Verstoß gegen das Subsidiaritätsprinzip.
Obenaufs Wahlspruch lautet: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Saarheimer!". Die hierin zum Ausdruck kommende stete Sorge Obenaufs um das Wohl der Saarheimer führt allerdings dazu, dass ihn manchmal des Nachts Albträume quälen, in denen die Zukunft Saarheims - und des Saarlandes - alles andere als rosig aussieht.
Zeichnung: Dr. Satish Sule
© Ulrich Stelkens (Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer)