Dr. Lutz Lautstark

- Verleger in Saarheim, zeitweise Saarheimer Stadtratsmitglied und Mitgründer des "Bündnisses Rechtschaffender, Aufrechter und Unabhängiger Nationalisten - BRAUN"  -

Dr. Lutz Lautstark wurde während des Krieges in Königsberg geboren. Sein Vater, der Reichspostbeamte Ludger Lautstark, der während des Krieges bei der Waffen-SS diente, nach der Kriegsgefangenschaft 1955 jedoch erneut in den Postdienst eintrat, übte auf den kleinen Lutz schon früh einen prägenden Einfluss aus. Auch die Vertreibung aus seiner Heimat, die die Familie Lautstark erst nach Flensburg führte, bevor sie nach Stuttgart umgesiedelt wurde, hat Dr. Lautstark nie verwunden.

1964 bis 1970 studierte Lutz Lautstark Geschichte und Germanistik in Tübingen und Würzburg. Seine Dissertation über "Der Dolchstoß 1918 - wirklich nur eine Legende?" erregte in der Fachwelt großes Aufsehen, wenn auch weniger wegen ihrer Qualität als wegen ihrer Thesen. Anschließend trat Lautstark in das Verlagsgeschäft ein.

1966 lernte er seine spätere Frau Liselotte Kreißler kennen, Tochter des 1971 verstorbenen Saarheimer Künstlers Konrad Kreißler, der 1933 bis 1945 mit seinen (nur sehr schwer zu transportierenden) Monumental-Statuen sehr viel Erfolg hatte. Nach seiner Heirat gründete Lautstark in Saarheim einen eigenen - rasch hochprofitablen - Verlag. Der wirtschaftliche Durchbruch gelang ihm in den 1970er und 1980er Jahren vor allem durch die massenhafte Herausgabe von Kriegserinnerungen und sog. "Landser-Heftchen", also Heftromane, die aus der Sicht "einfacher" Wehrmachtssoldaten  "Abenteuer" im Zweiten Weltkrieg beschrieben. Hiermit bediente er ein Nischeninteresse, das dem Verlag verlässliche Millionenumsätze einbrachte. Seit 1990 bringt der Verlag allerdings auch vermehrt Werke zu aktuellen Themen heraus, etwa zur Frage der Notwendigkeit des Austritts der Bundesrepublik Deutschland aus der Europäischen Union, zum Erfordernis verstärkter Beachtung von "law and order", zur Förderung deutschen Kulturguts und zur "Ausländerfrage". Viele der von ihm verlegten Bücher hat Lautstark in seiner Villa in Saarheim-St. Louis selbst geschrieben.

Der Verlag gibt zudem auch die Zeitschrift "Der Kamerad" heraus, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Organ "rechtskonservativer junger Menschen und Familien" zu sein, "denen die deutsche Heimat und deutsche Werte noch etwas bedeuten." Als "Ableger" dieser Zeitschrift hat sich der "Kameradschaftsbund Deutsche Eiche e. V." mit Sitz in Saarheim gegründet. Vorsitzendes Vorstandsmitglied ist - wer sonst? - Dr. Lutz Lautstark. Dieser Verein versteht sich als "Heimat deutscher Kameraden und deutscher Familien", als eine "Plattform", in deren Rahmen sich "Gleichgesinnte treffen, wechselseitig unterstützten und gemeinsam feiern können". Obwohl sich der Verein jeglicher politischer Betätigung enthält, stoßen seine jährlichen "Kameradschaftstreffen" nicht nur auf Gegenliebe.

Politisch stand Dr. Lautstark, dessen "gesichert rechtskonservative" Ansichten sich zunehmend "verfestigten", lange Zeit keiner der etablierten Parteien nahe, nachdem er sukzessive in mehrere eingetreten war, jedoch stets nach kurzer Zugehörigkeit im Streit wieder ausschied. Daher konzentrierte er sich zeitweise auf die Saarheimer Kommunalpolitik und ist Gründer der Wählergemeinschaft "Bund Deutscher Bürger - B. D. B.", die längere Zeit - von Oberbürgermeister Oskar Obenauf insgeheim bedauert - in Fraktionsstärke im Stadtrat vertreten und deren Fraktionsvorsitzender Dr. Lautstark war.

Als Dr. Lautstark jedoch erfahren hatte, dass der frühere Bundesverteidigungsminister Dagobert Rumsweg eine neue Partei, das "Bündnis Rechtschaffender, Aufrechter und Unabhängiger Nationalisten - BRAUN" gründen wolle, knüpfte er unmittelbar mit ihm Kontakt und unterstützte ihn maßgeblich bei der Parteigründung. Das BRAUN trat zum ersten Mal bei den Landtagswahlen im Saarland an und konnte aus dem Stand vier Sitze im Saarländischen Landtag erorbern, obwohl es auch zu spüren bekam, dass es im Saarland nicht überall willkommen ist.

Die bundesweite Bekanntheit von Dr. Lautstark steigerte sich zudem, als er erfolgreich vor dem BVerfG gegen die "Saarheimer Verträge" vorging, die die Europäische Union grundlegend hätten reformieren sollten. Hierdurch wurde die EU in eine tiefe Krise gestürzt. Kein Wunder, dass  das BRAUN daraufhin bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus die absolute Mehrheit erzielen konnte und Rumsweg zum regierenden Bürrgermeister in Berlin gewählt wurde. Dr. Laustark selbst übernahm jedoch keine politischen Ämter, sondern hält sich eher im Hintergrund.

Dennoch: Seine "schikanöse Behandlung" durch die Behörden Saarheims, des Saarpfalz-Kreises, des Saarlandes und des Bundes lässt Dr. Lautstark recht ungerührt: Er will  den "undemokratischen und vaterlandslosen Rechtswegestaat" der Bundesrepublik mit eigenen Waffen schlagen: Sobald er eine Verletzung seiner Rechte für möglich hält, klagt er - und hat auch oft Erfolg damit.


Zeichnung: Dr. Satish Sule

© Ulrich Stelkens (Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer)